Zum Inhalt springen

Geschichte

war die logische Fortführung des Gesamtkonzeptes zur Errichtung der „Haller Bindertanzgesellschaft“. Als das Statutenwerk des Vereines errichtet wurde, dachte man an ein breitgestreutes Betätigungsfeld über die Möglichkeiten innerhalb des Begriffes „Tiroler Brauch im Jahreslauf“.
Lebensbrauch und Jahresbrauch, sind die angesprochenen Eckpunkte bei der Beschäftigung mit unserer Volkskultur.
DER VOLKSTANZ ist aber uneingeschränkt jener Teil darin, der wohl die größte Bandbreite aufweist. „Mensch lerne Tanzen, damit die Engel im Himmel einmal mit dir etwas anfangen können“. So lautet ein geflügeltes Sprichwort.

Die Tanzaufzeichnungen in den Analen von Hall sind zwar nicht umfangreich, doch umso mehr inhaltsreich. Bei der Sichtung dieser Dokumente fällt bald auf, dass die Interpretation von TANZ eine sehr differenzierte sein kann.

Tanzfreie Zeiten wurden oftmals durch sehr streng reglementierte Kettentänze der Zünfte durchbrochen. Hier darf sich Hall in den Kreis der renommiertesten Aufführungsorte des mittelalterlichen Alpenlandes im weitesten Sinne betrachten. Im Rahmen der letzten zehn Dezennien hat Hall aber wiederum mit ebensolchen wohlklingenden Lichtblicken aufzuwarten.

Nun, es war wohl für unsere Generation und jene davor nicht gerade die rühmlichste Zeit als in den Dreißiger -und Vierzigerjahren des vorigen Jahrhunderts unsere Volkskultur ziemlich vereinnahmt wurde. Zur Belebung des Volkstanzes hat sie allemal gereicht. Kein Turnverein verzichtete auf den Volkstanz zur Programmgestaltung, der ohne Ideologie ja nichts Schlechtes wäre. Nun gut, die Zeit danach reinigte den Geist und so bildete sich in Hall bereits wieder ein Volkstanzkreis unter dem „Volkstanzpapst“ Karl Horak. Immer wieder treffen wir auf Damen und Herrn in Hall, die über diesen „VOLKSTANZKREIS“ berichten.

Hier streifen wir das Jahr 1953, der Anlass zur 650-Jahrfeier der Stadterhebung von Hall. Unter Hinzunahme von Franz Jöchler und dem damaligen „Trachtenverein Edelweiß Hall“ wurde mit überaus großem Zeremoniell der Bindertanz aufgeführt. Interessant war ebenso die zeitgleiche Aufführung des „Haller Schwerttanzes“ bei dem die Angehörigen der Saline federführend waren. Auch hier treffen wir immer noch auf Zeitzeugen, wie z.B. Hans Spöttl. Ganz wesentliche Unterlagen und Bildmaterial wurde im Rahmen der Sammeltätigkeit des Brauchtumsreferates innerhalb des Bezirkstrachtenverbandes wieder aufgefunden. Einiges davon im Familienfilmarchiv der Familie Zach.

Etwas später finden wir den „Trachtenverein Falkensteiner Heiligenkreuz“ der heute noch, wenn auch als ruhend gemeldet, besteht. In den späten neunziger Jahren befasste sich der Bezirkstrachtenverband etwas mehr mit Hall und veranstaltete dort in Verbindung mit dem Stadtmarketing sehr schöne Volkstänze und Jugendtage. Dabei kam der Kontakt mit dem Organisationskomitee zur 700 Jahrfeier der Stadterhebung von Hall zustande. Der Vorschlag seitens des Bezirkstrachtenverbandes an die Stadt Hall die „Wiederaufführung des Haller Bindertanzes“ zum Jubiläumsgeschenk zu machen, wurde wohlwollend angenommen und so begann man der HALLER BINDERTANZGESELLSCHAFT „neues Leben“ einzuhauchen.

bestand aus den Vortänzern der Trachten- und Volkstanzvereine der Umgebung von Hall. Das Gründungsdatum der „Haller Bindertanzgesellschaft“ ist demnach mit dem 6. Juli 2003, genau um 11.30 im 3. Akt der Aufführung zu datieren, als das Chronikbuch vor der versammelten und festlich gestimmten Stadtbevölkerung zur Ehreneintragung überreicht wurde.

Die Jahre danach hielten die „Mander des Haller Fasserrössls“ dieses Brauchtum noch hoch, bis auch hier langsam sich wieder der Schleier des Vergessens fast darüberbreitete.

Der Initiator der Aufführung 2003, Reinhold Steiner-Obmann des Bindertanzvereines, erfuhr von dieser Situation. Am 11. Januar 2011 übernahm er bei einer kurzen Sitzung wieder das Ruder, stellte im ersten Jahr eine Jugendgruppe auf und „nistete“ sich im Lobkowizgebäude“ zur regelmäßigen Volkstanz – Probentätigkeit ein.

Bereits im Januar 2012 konnte der Schritt zur Formierung eines „Haller Volkstanzkreises“, gestaltet von Damen und Herrn der Haller Gesellschaft, die der heimischen Volkskultur wohl gesinnt waren, gemacht werden.

Wöchentliche Volkstanzproben waren nun das Wichtigste. Doch bald stürzte der neue Obmann die Gruppe in das erste Abenteuer: „DER HALLER VOLKSTANZFRÜHLING“ wurde ins Leben gerufen.
Ein überaus edler und romantischer Volkstanzabend in der Burgtaverne, zu dem Gäste aus ganz Tirol und sogar aus Bayern kamen, die Teilnahme am Seefelder Handwerksmarkt mit Volkstanzvorführungen, Besuche von Volkstanzabenden in der Umgebung von Hall, die Mitgestaltung des Maifestes beim Goldenen Engl, ein Vortrag über die Bindertänze usw., zeigten vom Lebenswillen des Volkstanzkreises.
Das „Haller Bürgerkleid“ wurde uns bekannt gemacht, und so veranstaltete der Volkstanzkreis tatsächlich schon im ersten Jahr einen Nähkurs um solche Kleider anzufertigen. Teils aus eigener Hand unter der umsichtigen Leitung von Frau Irene Kohler und teils aus einer Haller Meisterwerkstätte, trägt man nun stolz das „stadteigene Kleid“.

Für die Herren schuf man zusätzlich den „Hall –Janker“. Es ist im Wesentlichen der Tiroler Anzug der Schneiderinnung, von Gertrud Pesendorfer festgelegt. Für Hall allerdings in einem sehr eleganten tiefen Blau, um der „Blau Tradition“ dieser Region Respekt zu zollen. Mit einer schwarzen Langhose als „Umgangsgewand“ jederzeit neutral zu tragen.

Der Verein ist darüber sehr stolz, bereits im ersten Jahr seiner Tätigkeit einen finanziellen Beitrag in dieser Richtung an den Sozialsprengel geleistet zu haben. Die eigentlich erwähnenswerte Bemühung war die Aktion „Vergiss mein nicht“ im Seniorenheim Magdalenergarten. Ein Jahr lang organisierte die Gruppe, jeweils am letzten Samstag eines Monats einen „brauchtümlichen Nachmittag“ für die Mitbewohner der ganzen Anlage.

Jedes Mal waren im Programm: eine kleine Volksmusikgruppe, eine Gesangsgruppe, eine Volkstanzgruppe, ein seltener Beruf, eine Trachtenpräsentation und ein Gespräch über den Brauch des Monats. Der Volkstanzkreis beschaffte die Gruppen, organisierte den Ablauf und kümmerte sich um die Moderation. Der schönste Dank dafür waren die leuchtenden Augen der Bewohner und das Zusammensitzen danach bei einer guten Jause.

Der „Haller Volkstanzkreis“ trifft sich wöchentlich, jeden Dienstag um 19.45 bis 21.30 und lernt alte Volkstänze. Dann sitzen wir beisammen und reden über Dies und Jenes.

Wir sind alles „g`standene Leut“ und freuen uns über jeden Neuzugang.
Wir haben einen ausgezeichneten Volksmusikanten als „Musikbox“ und eine hochgeschätzte und erfahrene Tanzleiterin.

Außer den Übungen der Volkstänze streben wir die Organisierung eines jährlich wiederkehrenden „Haller Volkstanzfühlings „ an. Dabei soll in zehn Jahresintervallen der Bindertanz aufgeführt werden. In den Jahren dazwischen stehen „Großtanzformen“ an, wie der Bandltanz am großen Baum, der Haller Schwerttanz, der Agattanz, der Wenner Achter u.v.a.m.

Wenn wir von Zielen sprechen, so kommen wir an der „Haller Fasnacht“ nicht vorbei. Hall hat eine wunderbare Fasnachtsgeschichte, deren Schatz wieder zu heben wäre.

Man könnte diesen Vorstellungsartikel noch ins unendliche ausdehnen. Sollten wir sie aber bereits jetzt etwas angesprochen haben DIENSTAG, DIENSTAG, DIENSTAG, DIENSTAG 19.45Uhr.